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Rollende Bibliotheken

Seit über 100 Jahren versorgen die Fahrbibliotheken die Menschen in ganz Deutschland mit Büchern, Gesellschaftsspielen, DVDs oder Hörspielen. Doch in den Bussen steckt noch mehr …

Am 19. November findet der bundesweite Vorlesetag statt. Dann veranstalten wieder zahlreiche Bibliotheken in ganz Deutschland Vorleseaktionen für Kinder und Jugendliche. Was aber ist mit denen, die fernab von der nächsten Bibliothek leben? Hier helfen die Fahrbibliotheken. Bereits seit Ende der 1920er Jahre prägen Fahrbibliotheken in Deutschland insbesondere ländliche Regionen. Im Jahr 2020 waren insgesamt 83 Fahrbibliotheken mit 97 Fahrzeugen aktiv (Quelle: Deutsche Bibliotheksstatistik 2020). Sie versorgen vorwiegend ländlich geprägte Landkreise mit über 1.7 Millionen Medien jährlich (Quelle: Deutsche Bibliotheksstatistik 2020), sie vermitteln Lese- und Medienkompetenz und dienen als Treffpunkte in kleinsten Dörfern.

Medien für Alle

Ziel der Fahrbibliotheken ist es, Menschen flächendeckend mit Medien zu versorgen und damit das Stadt-Land-Gefälle in Bezug auf Bibliotheksangebote zu verringern. So arbeiten Fahrbibliotheken eng mit Bildungseinrichtungen zusammen, um die Versorgung mit Medien aller Art auch während der Unterrichtszeiten zu gewährleisten. Vorrangige Zielgruppen sind Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und/oder der Leseförderung bedürfen: Kinder- und Jugendliche, Eltern mit Kleinkindern, Senior*innen oder Geflüchtete.

Bücherbus Cuxhaven
Bücherbus Cuxhaven. Foto: Bücherbus Landkreis Cuxhaven
Bücherbus der Kreisbücherei Wolfenbüttel.
Bücherbus der Kreisbücherei Wolfenbüttel. Foto: Ingrid Achilles
Bücherbus Wolfsburg.
Bücherbus Wolfsburg. Foto: Stadtbibliothek Wolfsburg

Zukunft der Fahrbibliotheken: Outreach mit Escape Rooms, Maker Spaces oder Dritten Orten

Aktuell befassen sich viele Fahrbibliotheken mit der Frage, wie sie ihre Angebote noch stärker auf die Bedarfe der Bevölkerung anpassen können. Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein beispielsweise entwickelt gerade ein innovatives Zukunftskonzept, um ihre 13 Fahrbüchereien im Land zu Dritten Orten weiterzuentwickeln: als offene und kommunikative Treffpunkte, verlässliche Informationszentren und Veranstaltungsorte in den Gemeinden. Im Bezirk Berlin-Mitte gibt es seit einigen Jahren eine „rollende Lernwerkstatt“. Das MakerMobil versteht sich als mobiler Kreativraum und stellt das Equipment für unterschiedliche Projekte zur Verfügung: Von 3-D-Druckern, über Bürstenrobotern bis hin zu Videospielen. Und auch der Bücherbus des Bildungszentrums Wolfenbüttel hat sich etwas Spannendes einfallen lassen: Mehrmals im Jahr verwandelt sich die Fahrbücherei in einen Escape-Room, in dem sich Kinder spielerisch mit Rätseln befassen und zugleich den Bücherbus und seine Medien erkunden können.

So wie sich die Angebote von Bibliotheken stetig erweitern, so auch die der Fahrbibliotheken: Egal ob es um medienpädagogische Angebote, soziale Projekte oder einfach nur um Lesestoff geht. Fahrbibliotheken sind wichtige mobile Einrichtungen, insbesondere für den ländlichen Raum.

Text: Kristin Bäßler

www.fahrbibliothek.de

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