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Connecting the Countryside – autonome Konzepte für den ländlichen Raum

Gerade in ländlichen Regionen ist der eigene PKW für viele Menschen nach wie vor das Transportmittel der Wahl. Busse fahren nur selten. Oft fehlen Angebote für die sogenannte letzte Meile, also die Strecke von der Haltestelle bis zur Haustür. Können selbstfahrende Busse hier Abhilfe leisten?

Auf der Future Forum Stage der BUS2BUS 2024 stellte Thomas Drewes, Leiter Autonomes Fahren von DB Regio Straße bei der DB Regio AG, das Konzept vor, mit dem sein Unternehmen bis 2030 6.000 autonome Fahrzeuge auf die Straße bringen möchte. Herausforderungen stellten jetzt, wo die Technologie Marktreife erreicht habe, die hohen Kosten dar. Ziel sei es daher, Modellregionen zu finanzieren, um dort aufzuzeigen, dass sowohl die Technik als auch die Use Cases funktionierten. Auf technischer Ebene sieht er eine wichtige Aufgabe darin, verschiede relevante Systeme miteinander zu vernetzen. Gemeint sind unter anderem das Überwachungssystem im Bus, über das Fahrgäste bei Problemen Kontakt mit einem Stewart aufnehmen können, oder das Betriebssystem, das die Fahrzeugdaten ausliest. Dieser Aufgabe nimmt sich aktuell das DB-Tochterunternehmen ioki an, das die Digitalisierung und Intermodalität von Mobilitätsangeboten vorantreibt.

Roy Uhlmann, CEO bei MOTOR Ai, beobachtet generell eine Offenheit von Landräten und ÖPNV-Unternehmen für autonom fahrende Systeme. Sie wollten Probleme lösen wie den Schülerverkehr, bei dem Kinder aus weit auseinander liegenden Dörfern abgeholt werden müssten. Wichtig sei eine Skalierbarkeit der Angebote. Die Menschen auf dem Land, so seine Überzeugung, seinen dann bereit für ein gutes Mobilitätsangebot zu bezahlen, wenn es tatsächlich ähnlich verfügbar ist wie das eigene Auto.

Für eine Mobilitätsgarantie auf dem Land sprach sich Marvin Ruf aus, Senior Account Executive bei HERE Technologies. Mobil zu sein, entscheide über die Teilhabe von Menschen am gesellschaftlichen Leben und sei aufgrund des Mangels an Fachkräften flächendeckend nur durch autonomes Fahren zu erreichen. Sein Unternehmen entwickelt Karten, die elementar sind für selbstfahrende Fahrzeuge. Der Bus, ist Marvin Ruf überzeugt, eigne sich gut dafür, das Vertrauen der Menschen in die neue Technologie zu gewinnen. Sowohl Reise- als auch Linienbusse seien gut fürs autonome Fahren geeignet. Er sieht sie als Teil einer integrierten Mobilität aus Regionalzügen, einem Linienverkehr in hoher Frequenz sowie einem On Demand-Flächenverkehr, bei dem die Fahrgäste maximal 200 Meter bis zur nächsten Haltestelle zurücklegen müssten. Die Zahlungsbereitschaft wachse in vielen Regionen, wenn Angebot zu den eigenen Bedürfnissen passe.

Tamy Sass, CRO, goUrban wies darauf hin, dass sich viele Einsichten aus der Shared Mobility aufs autonome Fahren übertragen ließen. Besonders China und die USA schritten in diesem Bereich voran, während Deutschland noch gesetzliche Rahmenbedingungen benötige. Eine als Ökosystem gedachte Mobilität arbeite mit verschiedenen Gefäßgrößen, die auf die tatsächlichen Bedarfe der Menschen abgestimmt sei.

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